Reely Dirtbike – Zu teuer und schlecht konstruiert

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Foto: Fellner Manfred / RC Center Austria

Bisher waren wir mit der Conrad Eigenmarke „Reely“ sehr zufrieden. Doch für das Dirtbike sollte sich Conrad einfach nur schämen! Kauft es nicht, lasst es in den Regalen liegen, es ist das Geld nicht wert!

Zufällig sahen wir das RC Motorrad in einer Filiale ausgestellt. Flugzeuge, Helikopter, Autos in allen möglichen Größen, auch Drohnen haben wir schon gesteuert. Aber noch kein Motorrad. Also sollte das unser nächstes Fahrzeug werden.

Mit unseren bisherigen Fahrzeugen von Reely, dem Raptor 6S und dem Generation X 3S, sind wir sehr zufrieden, selbst das 30 Euro 2in1 Modell Aero Terrax macht uns großen Spaß. An ein ferngesteuertes Offroad Motorrad hatten wir daher schon gewisse Erwartungen.

Unboxing

Auf den ersten Blick schaut das Reely Dirtbike richtig gut aus. In der Verpackung wird es durch Kartonteile an Ort und Stelle gehalten. Ständer, Fernsteuerung und Anleitung sind mit dabei. Doch schon beim auspacken fällt eines auf: Das ganze Ding wirkt irgendwie billig! Dabei kostet es doch 200 Euro, teilweise noch deutlich mehr.

Foto: Fellner Manfred / RC Center Austria

Es beginnt schon bei den Aufklebern und Drucken. Die Fahrerfigur weist Fehldrucke, Flecken und Kratzer auf. Der Kopf sitzt beinahe lose am Körper, somit schaut der Fahrer nicht nach vorne sondern nach unten.

Der Motorradaufsteller ist aus Kunststoff und soweit OK, man darf nur nicht am Motorrad hantieren während es am Ständer steht, ansonsten fällt es herunter. Na ja, damit können wir leben. Auch die beiden seitlichen Sturzbügel sind aus Kunststoff.

Doch dann der erste genau Blick auf das Motorrad selbst. Etwa die Hälfte der Aufkleber – Drucke sucht man darauf sowieso vergebens – ist schief geklebt. Teilweise bis 2mm über den Rand der Teile hinaus!

Na da hat sich ja jemand richtig Mühe gegeben. Egal, die Aufkleber könnten wir später immer noch abnehmen und die Teile selbst lackieren. Trotzdem, der erste Eindruck ist damit schon mal nicht so positiv.

Kapitaler Fehlstart

Eigentlich sollte unser Review schon vor einer Woche online gehen. Einen voll geladenen Akku hatten wir von einem anderen Modell zufällig dabei, darum wollten wir nach dem Kauf des Dirtbikes gleich loslegen.

Wie du siehst, haben wir die ersten Fotos vom Modell direkt auf unserem PKW gemacht, wir sind nach dem Kauf im Conrad Markt direkt weitergefahren um es auszuprobieren. Motorrad ausgepackt, Batterien in die Fernsteuerung eingelegt, Akku ins Fahrzeug und los gehts. Ähhhm los geht… Hallo? Ich sagte doch los gehts!

Nun ja, es ging gar nichts los! Wir haben den Knopf am Fahrzeug gedrückt, es gab ein kurzes Signal und dann gar nichts mehr.

Der Knopf blinkte nur noch. Die Recherche in der Anleitung und bei Google brachte das gleiche Ergebnis. Angeblich sollte das Blinksignal bedeuten, dass der Empfänger kein Signal von der Fernsteuerung erhält.

Kann es sein, dass Fahrzeug und Fernsteuerung nicht mit einander gekoppelt sind? Ein Binding-Stecker liegt bei, also haben wir es ausprobiert. Doch der Empfänger reagierte auf gar nichts.

Als nächstes folgte ein Anruf beim Händler. Der Verkäufer konnte sich das ganze auch nicht erklären, doch wir durften gleich mit dem Fahrzeug vorbeikommen, damit er es sich ansehen konnte. An einem Samstag Nachmittag, dass sei an dieser Stelle positiv erwähnt!

Kein Einzelfall

Nach einigen skeptischen Fragen, sah sich der Verkäufer das Modell an und kam zu dem Schluss, der Empfänger müsse defekt sein. So etwas kann ja mal passieren, passt aber leider ins Bild der fehlenden Qualitätskontrolle.

Ein passender Empfänger war nicht lagernd… aber der Verkäufer bot uns an, den Empfänger des Vorführmodells auszubauen. Für uns war das die perfekte Lösung, so sollten wir an diesem Tag doch noch fahren und unser Video aufnehmen können. Theoretisch zumindest…
Der Empfänger wurde aus- und in unser Fahrzeug eingebaut, ein Akku angesteckt und… wieder nur ein kurzes Signal aber sonst gar nichts.

Dieses Mal war es nicht unser eigener Akku, also konnten wir auch einen fehlerhaften Akku definitiv ausschließen. Dennoch fragten wir noch einmal nach und es wurde uns wieder bestätigt, dass unser Akku für dieses RC Modell passend war. Warum ich das an dieser Stelle so deutlich betone? Das wirst du gleich erfahren.

Der nette Herr hinter dem Tresen schien langsam nervös zu werden, steckte den Empfänger wieder am Vorführmodell an und nun funktionierte auch dieses nicht mehr. WTF? Er tippte auf einen Kurzschluss im System, der nun auch den 2. Empfänger zerstört hatte.

Jetzt blieb uns nur noch abwarten. Ein neues Modell wurde für uns bestellt. In einer Woche sollte es ankommen.

Fiese Akku-Falle

4 Tage später war das neue Motorrad schon abholbereit und wir wurden kontaktiert. Der Verkäufer hat das Motorrad auch gleich getestet, damit wir nicht wieder eine böse Überraschung erleben würden. Ein toller Service!

Schlechte Drucke, schiefe Aufkleber und ein Fahrzeug, das nicht funktioniert. Das alles hätte noch immer ein Einzelfall sein können, es wäre in unsere Gesamtbeurteilung eingeflossen, aber es hätte nicht dazu geführt, dass wir dringend vom Kauf des Modells abgeraten hätten. Doch damit ist die Geschichte leider noch nicht vorbei!

Dieses Mal fuhren wir mit dem Reely Dirtbike direkt nach Hause, für einen sofortigen Fahrversuch passte das Wetter leider nicht.

Zu Hause angekommen legten wir den Fahrakku ein. Also zumindest versuchten wir es, doch wir schafften es nicht. Irgend etwas passte da nicht. Aber was?

Des Rätsels Lösung: Ob Zufall oder Änderung in der Bauweise des Modells wissen wir nicht, jedenfalls war unser Akku, der tadellos in das 1. Modell gepasst hatte, nun um 2mm zu dick und passte damit nicht mehr in die Aussparung.

WTF? An eine Ausfahrt war nun also erstmal wieder nicht zu denken, langsam wurden wir dann doch mal sauer!

Damit nicht genug, lauert eine fiese Falle. Wer nicht genau auf die Anleitung achtet, zerstört sich damit vielleicht sein Fahrzeug! Während der eigentlich korrekte 7,4V 3.700 mAh Akku der Eigenmarke nämlich aufgrund der Bauart etwas zu hoch für das Fach ist, passt der 11,1V Akku der Eigenmarke genau hinein. Doch das System ist nicht auf eine so hohe Spannung ausgelegt!

Die unendliche Geschichte

Eine Woche nach dem Kauf war also noch immer keine Testfahrt möglich. Es blieben uns 3 Möglichkeiten.

  • Das Dirtbike zurückgeben
  • Einen neuen Akku kaufen
  • Das Motorrad anpassen

Die Entscheidung fiel uns nicht leicht. Die Aussparung um 2mm ausfräßen wäre in unserer Werkstatt keine schwierige Aufgabe gewesen. Damit hätten wir jedoch die Gewährleistung auf das Modell verloren und dafür hatten wir nach den bisherigen Erlebnissen einfach zu wenige Vertrauen in die verbaute Technik.

Zurückgeben wollten wir das Fahrzeug auch nicht. Noch hatten wir Hoffnung, dass es schlussendlich Spaß machen würde, damit zu fahren. Somit blieb nur der Kauf eines weiteren Akkus. Einfach und logisch, oder?

Tja, schon wieder ist das gar nicht so einfach wie es scheint. Unser von der Größe passender Akku ist 23,5mm dick aber darf ja wegen der 11,1V nicht genutzt werden. Der technisch passende Akku ist wiederum zu dick, er hat 25,5mm.
Bei der Onlinesuche haben wir einige Akkus mit 7,4V gefunden, doch alle waren 25mm oder dicker, würden also wieder nicht in die Aussparung passen.

Jetzt denkt ihr vielleicht, ja warum hat er denn nicht einfach beim Händler angerufen und nach einem Akku gefragt?
Haben wir! Genauer gesagt 17 Mal, es hat nur leider niemand abgehoben! Die Verkäufer sind oft alleine in der Abteilung und können natürlich nicht überall gleichzeitig sein. Eine Fahrt in die Filiale kostet uns 1 Stunde Zeit, da wollten wir zuvor schon wissen, ob überhaupt ein Akku lagernd ist.

Videos

Zu viele Schwächen

Unser Austauschfahrzeug war optisch deutlich minderwertiger als noch das erste gekaufte Modell. Aufkleber die 2mm über den Teilerand geklebt wurden, viele Farbfehler und Kratzer auf der Fahrerfigur und auch Kratzer an den sonstigen Teilen. Dafür sollen Kunden 200 Euro bezahlen? Das ist einfach nur frech!

Nimmt man die Elektronikprobleme dazu und den schlecht konstruierten Akkuschacht, muss man schon ein Hardcore Motorradfan sein um sich noch für das Fahrzeug begeistern zu können.

Vorläufiges Fazit

Ein Fahrzeug endgültig zu beurteilen, dass man noch gar nicht fahren konnte, wäre unfair. Darum werden wir uns nun also einen neuen Akku besorgen und hoffen, dass wir dann eine Probefahrt machen können. Danach folgt unsere abschließende Beurteilung. Unser Anfangs recht positiver Eindruck ist jedenfalls bis dahin restlos verflogen!

Foto: Fellner Manfred / RC Center Austria

Unfassbar Unfahrbar

Nach längerer Suche und dank der tollen Hilfe der Verkaufsberater vor Ort, haben wir einen passenden Akku gefunden. Nur ein lagerndes Modell war tatsächlich passend, immer noch besser als nichts. Damit fingen unsere Probleme aber erst richtig an.

Das letzte bisschen Begeisterung war nach den ersten Fahrversuchen auch dahin. Das Motorrad lässt sich kaum steuern, Kurven fahren ist quasi unmöglich und, es ist kaum zu glauben, dass Fahrzeug zerstört sich bei der Fahrt von selbst. Es ist so schlecht konstruiert, dass sich tatsächlich im normalen Fahrbetrieb, also bei dem wozu es ja gedacht ist, selbst beschädigt. Mehr dazu findest du in unseren Videos.

Das alles klingt nicht nur unglaublich, es ist auch eine Frechheit! Offensichtlich fehlt bei Reely nicht nur die Endkontrolle, selbst bei der Konstruktion scheint keiner mitzudenken. Ja selbst im eigenen Werbevideo werden keine Kurven gefahren und die Szenen sind stark zusammengeschnitten.

Fazit

Wir konnten das Reely Dirtbike problemlos in der Filiale zurückgeben. Das ist das einzig positive, was wir über dieses RC Modell sagen können. Traurig, aber wahr…

Daher können wir nur dringend davon abraten, dieses Motorrad zu kaufen! Sollte das Modell jedoch nachgebessert werden, werden wir es gerne noch einmal testen.