Langzeittest: So haltbar ist PLA wirklich

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Foto: Fellner Manfred / RC Center Austria

Grundsätzlich gilt, PLA ist ein sehr gutes Material für den 3D Druck. Es lässt sich problemlos verarbeiten, verzieht sich kaum und lässt sich sehr einfach nachbearbeiten und lackieren. Nur für den Einsatz im Freien ist es nicht geeignet, da es nicht witterungsbeständig ist.

Aber was bedeutet das in der Praxis? Löst sich PLA einfach auf, oder wird es brüchig? Zerbröselt es durch die UV-Strahlung der Sonne oder wird es durch Feuchtigkeit aufgeweicht? Ist ABS wirklich so viel haltbarer?

Bei unserer Recherche haben wir zwar einige Informationen gefunden, aber kaum aussagekräftige Fakten und Bildmaterial. Grund genug, es selbst in einem Langzeittest auszuprobieren und euch hier darüber auf dem laufenden zu halten.

Versuchsaufbau

Um klare Aussagen treffen zu können, werden wir ABS und PLA direkt miteinander vergleichen und über einen längeren Zeitraum beobachten.

Dafür drucken wir mit dem ANYCUBIC Chiron 4 Würfel. Je 2 aus ABS und 2 aus PLA.

Jeder Würfel hat eine Seitenlänge von 20mm und wird mit 25% Füllung gedruckt. Die Schichtstärke beträgt 0,2mm.

Die Modelle aus PLA werden ohne weitere Unterstützung gedruckt. Da sich ABS beim abkühlen gerne verzieht, drucken wir die Modelle aus diesem Material mit „Brim“. Mehr Infos dazu, findest du hier.

Nach dem Druck wird jeder Würfel kontrolliert und kommt dann in einen eigenen, offenen Becher. Die Becher werden mit Material und Datum beschriftet.

Der Test

Im Innenbereich, also ohne direkte Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit, ist PLA über viele Jahre stabil. Das ist ausreichend getestet und bekannt. Uns interessiert daher natürlich vor allem die Auswirkung der Witterung auf das Material.

Ein Becher mit einem PLA Würfel sowie ein Becher mit einem ABS Würfel kommen auf unseren Balkon. Dort sind sie vor Regen geschützt, aber der Sonne und Luftfeuchtigkeit ausgesetzt.

Die beiden anderen Becher stellen wir im Büro aufs Fensterbrett. Sie werden zur Hälfte mit Leitungswasser aufgefüllt, so das die Würfel darin schwimmen. Das Wasser füllen wir regelmäßig nach.

Foto: Fellner Manfred / RC Center Austria

Einschränkungen

Unser Test soll kein hoch wissenschaftlicher Versuch werden. Daher wird es auch einige Einschränkungen in der Aussagekraft geben.

Z.B. haben wir ABS nur in schwarzer Farbe lagernd, PLA wiederum nur in anderen Farben. Ob das irgend eine Auswirkungen hat wissen wir nicht. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir unseren Versuch auch mit Materialien anderer Hersteller und mit anderen Farben durchführen. Ebenso mit verschiedenen Modellen.

Auch werden wir später Belastungstests und weitere Versuche durchführen. Fürs erste geht es uns jedoch vor allem darum, eine grundsätzliche Idee zu bekommen, wie sich das Material mit der Zeit verändert.

06.09.2021

Heute startet unser Langzeittest. Die Becher sind platziert, jetzt heißt es abwarten was passiert.

16.09.2021

10 Tage nach Versuchsbeginn gibt es noch keine erkennbare Veränderung am Material. Weiter liegen 2 Würfel am Balkon und die anderen 2 im Leitungswasser.

16.11.2021

Mittlerweile sind zwei weitere Monate vergangen. Und weiterhin schlägt sich das PLA hervorragend!

In der Zwischenzeit haben sich sowohl am ABS als auch am PLA leichte Ablagerungen von Kalk und Schmutz gebildet. Die konnten wir aber ganz einfach abwischen. Von den uns prophezeiten Schäden, bis hin zu Löchern im Material, keine Spur.

Foto: Fellner Manfred / RC Center Austria