Kauft euch keinen Monoprice Mini SLA 3D Drucker

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Foto: Fellner Manfred / RC Center Austria

Eigentlich stellen wir euch ja gerne RC Modelle und sinnvolle Geräte vor. Es macht uns Spaß, Dinge auszuprobieren. Auch wenn nicht immer alles klappt wie geplant, die eine oder andere Bruchlandung passiert, oder wir auch mal die eine oder andere Kritik loswerden müssen. Doch dieses Mal ist es anders. Wir hassen diesen 3D Drucker!

Ein kleiner, günstiger SLA Drucker für die ersten Versuche mit dieser Drucktechnik sollte es werden. Mit unserem bisherigen Drucker, dem ANYCUBIC Chiron sind wir sehr zufrieden, doch für kleinste Teile und feinste Details ist diese Art Drucker halt einfach nicht gedacht. Darum die Idee mit dem SLA Drucker.

280 Euro sollte der MP Mini SLA Drucker kosten. Mit dabei ist eine Speicherkarte, etwas Harz für den ersten Probedruck, viel mehr aber auch schon nicht. Gekauft haben wir ihn bei Conrad, da war er ausgestellt und machte für den Preis gar keinen schlechten Eindruck. Das Drama nahm seinen Lauf!

Inbetriebnahme

Auspacken und loslegen? Hahahahaha… NEIN! Laut Anleitung muss man die Verpackung entfernen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn der Styroporschutz am Druckbett lässt sich nur entfernen, wenn man zuvor das Bett nach oben fährt. Wird einem das gesagt? Natürlich nicht…

Also erst einmal alles entfernen was geht, dann Stecker in die Dose, Gerät einschalten und Druckbett nach oben. Keine große Sache, wenn man es weiß! Das weitere ist auch nicht weiter kompliziert, doch ein bisschen Ahnung von Computern sollte man schon haben.

Ist die WLAN Verbindung zum Drucker hergestellt, ist man auch schon im Webinterface. Du willst lieber ein „normales“ Programm? Pech gehabt. Du kannst kein Englisch? Auch Pech gehabt. Keine Sorge, Chinesisch wird auch unterstützt…

Die mitgelieferte Anleitung ist immerhin auf Deutsch, leider ist jedoch recht allgemein gehalten und hilft oft nicht weiter. Na dann versuchen wir unser Glück halt im Web Interface.

Firmware Update? Gar nicht so einfach!

Als erstes wollten wir nach einer aktuellen Firmware suchen. Im Interface geht das leider nicht. Man kann noch nicht einmal am Drucker oder im Interface die aktuell installierte Version anzeigen. WTF? Also ab zu Google!

Gefunden haben wir massenweise Berichte über Fehler, Druckabbrüche, Probleme mit dem Lüfter usw. Das beruhigte uns nicht gerade. Schließlich fanden wir jedoch einen Link zur Herstellerseite. Wir luden die aktuellste Firmware herunter und standen nun vor einem Rätsel. Eine Anleitung zur Installation gibt es nämlich nicht.

Wir kopierten die Datei auf die mitgelieferten SD Karte ins das Hauptverzeichnis. Denn der Upload mittels Interface klappte nicht. Interner Fehler… ja super! Doch die Datei wurde auch so nicht erkannt bzw. angezeigt. Nach einigem herumprobieren fanden wir dann selbst die Lösung.

TIPP: Datei umbenennen! Von „3.83-update.bin“ in „update.bin“ Dann kann sie hochgeladen werden. Auch die Installation über den Drucker selbst, klappt nur wenn die Datei entsprechend umbenannt wurde. Um das Update zu installieren, muss sie übrigens über das Menü gedruckt werden. Also erst auf „Print“ klicken und dann die Datei auswählen. Auch das mussten wir selber herausfinden. Die Installation klappte dann ohne Probleme und dauerte nur kurz.

Veraltetes Interface mit groben Fehlern

Das Web Interface ist auf den ersten Blick schon eine mittlere Katastrophe. Es ist von 2019, sieht aber mind. 10 Jahre älter aus. Lange Ladezeiten und Fehler inklusive.

Mit der nicht gerade ansprechenden Optik könnten wir noch leben. Es gibt wichtigeres. Doch dabei blieb es leider nicht. Wie du dem Screenshot schon entnehmen kannst, ist alles recht einfach gehalten. Und trotzdem haben sich grobe Fehler eingeschlichen.

Screenshot: RC Center Austria

Zum Beispiel führen Links ins Leere. Einen Fehler unseres Browsers oder der Internetverbindung können wir ausschließen. Wir haben es auf 3 Systemen mit 2 unterschiedlichen Betriebssystemen und Browsern getestet.

Mal schnell einen Blick in die FAQ werfen? Gute Idee! Klappt nur leider nicht, wie unser Screenshot zeigt.

Der Support-Link funktioniert im Gegensatz dazu. Man gelangt darüber auf eine englischsprachige Webseite mit Kontaktformular.

Und der erste Druck?

Das laden einer .stl Datei klappte noch. Dafür klickt man auf „Slicer“ und im dortigen Fenster auf „Browse“. Aber nur nicht zu lange warten! Denn wenn der Drucker einige Zeit keine Anfragen per Interface erhählt, reagiert er plötzlich nicht mehr bzw. das Web-Interface bleibt hängen. Drucker ausschalten, Drucker einschalten. Es klappt wieder.
Laut Support ist unser Router schuld. Was genau unser Router falsch macht und warum der Fehler auch bei der Verbindung mit anderen Routern auftritt, wollte man uns leider nicht verraten. Auch konnte oder wollte man uns nicht sagen, was genau der Fehler war. Egal, wir konnten uns ja durch einen Neustart selber helfen.

Slicer

Alles gut? Nicht ganz. Das Slicen, also das vorbereiten der Datei für den Druck, dauert eine Ewigkeit. Je nach Modell warteten wir für ein 5cm hohes Modell bis zu 15 Minuten! Das sollte normalerweise nur einige Sekunden dauern. In der Zwischenzeit darf man im Interface nichts anklicken, sonst bricht der Vorgang ab. Fragt jetzt nicht woher wir das wissen!

Als das Slicen geschafft war, wollten wir schauen, ob Supports, also Unterstützungsstrukturen, berechnet wurden. Das sollte die Software eigentlich automatisch machen, doch sicher waren wir nicht. Also ein flinker Klick auf „Supports“ und… der nächste Fehler!

Alles was wir sahen war das:

Screenshot: RC Center Austria

Die Links oben funktionieren leider auch nicht. Es bleibt nur der Klick auf den Zurück Button im Browser. Dadurch landet man jedoch im leeren Slicer Fenster. Oder anders gesagt, man fängt von vorne an! An diesem Punkt war unsere Frustgrenze bereits beinahe erreicht.

Erstellt der Slicer automatisch Stützstrukturen? Klappt der Druck trotz allem einwandfrei? Wir wissen es nicht. Denn es wird zwar ein 100ml Fläschchen Harz mitgeliefert, jedoch kein Isopropanol zum reinigen der fertigen Modelle. Dabei hatten wir extra noch gefragt, ob alles benötigte für den Start schon dabei wäre.

Für alle Einsteiger in den SLA Druck hier noch die Kurzfassung wozu Isopropanol benötigt wird:
Man druckt mit Harz, welches mit UV Licht ausgehärtet wird. Direkt nach dem Druck wäscht man das gedruckte Modell in dem Isopropanol um es von anhaftenden Harzresten zu reinigen.

Kein Zubehör

Das bringt uns gleich zum nächsten Punkt. Während beim ANYCUBIC Chiron einiges an Zubehör dabei war, bekommt man beim MP Mini SLA Drucker so gut wie gar nichts. 2 Sechskantschlüssel, 100ml Harz und ein Stromadapter. Das wars dann aber auch schon.

Ein Trichter mit Sieb, um unverbrauchtes Harz zurückfüllen zu können, eine Kunststoffspachtel und noch einiges mehr wird benötigt um den Drucker ordentlich einsetzen zu können. Außerdem sollte man unbedingt Einweghandschuhe benutzen.

Nichts davon ist beigelegt. Ein entsprechender Hinweis auf der Außenverpackung wäre sinnvoll, fehlt aber.

Preis

Wie schon erwähnt, 280 Euro kostet der Drucker bei Conrad. Doch das solltest du auf keinen Fall bezahlen! Dazu kommt noch das benötigte Zubehör und natürlich Harz.

Falls du das Gerät trotz all unserer Kritik immer noch kaufen möchtest, kaufe es bei Amazon. Dort kostet der MP Mini SLA Drucker im Durchschnitt um die 200 Euro.

Fortsetzung folgt

Da uns der SLA Druck sehr interessiert, werden wir das benötigte Zubehör in den nächsten Tagen kaufen und außerdem versuchen, einen anderen Slicer zu verwenden.

Außerdem werden wir noch einmal den Support sowie auch Conrad kontaktieren und unsere Probleme schildern. Auf die Antworten sind wir sehr gespannt!

FORTSETZUNG FOLGT!